Chronik

Die Gründung

Kurz nach der Gründung des „Männer – Turnverein Jahn Dützen“ im Jahre 1897 hat der Verein seine Vereinsfahne angeschafft. Schließlich wollte man gegenüber Nachbarvereinen nicht zurückstehen.

Die Vereinsfahne

Der Dützer Turnverein war nach der Gründung der „Deutschen Turnerschaft“ beigetreten, einer konservativen und kaisertreuen Dachorganisation.

Da in Dützen eine große Zahl von Arbeiterfamilien lebten, war die Mehrzahl der Mitglieder mit den Machenschaften der „DT“ nicht einverstanden. So trat man im Jahre 1909 zum „Arbeiter Turn- und Sportbund“ über. Der nun vorgegebene Leitsatz lautete: Frisch, frei, stark, treu.

Die neuen Wörter wurden nachträglich über die alten auf die Vorderseite gemalt. Bis zum Jahre 1933 stand die Vereinsfahne nur im Mittelpunkt, wenn an ihr Veränderungen angebracht wurden oder sie bei festlichen Veranstaltungen wieder der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Nach der Machtübernahme der NSDAP sollte Vorstandsmitglied Willi Böschemeier die Vereinsfahne abliefern, hatte sie aber bei seinem Schwager Albert Lück versteckt, wo sie zum Glück niemand vermutete.
Aber der Druck der Partei auf Willi Böschemeier wuchs. So vereinbarte er mit dem damaligen Wirt der Phönixhalle, Friedrich Buschmann, dass dieser ein Fenster zum Saal offenließ, damit Böschemeier nach Anbruch der Dunkelheit die Fahne dann hineinwerfen konnte.

Am spätem Abend machte sich Böschemeier auf den Weg und traf bei dieser Aktion unterwegs Wilhelm Meyersiek, den damaligen Mühlenbesitzer.

Meyersiek, eher ein Gegner der Braunen, versicherte Böschemann (Zitat: Willi! Ich habe Dich nicht gesehen!) nichts zu sagen, so dass die Aktion durchgeführt wurde. Wenige Tage später wurde Böschemeier am Arbeitsplatz verhaftet und musste zwei Jahre ohne Urteil in Herford einsitzen. Der gesamte Briefverkehr während dieser Zeit wurde zensiert!

Die Vereinsfahne überstand den Krieg und man fand sie 1945 in der Phönixhalle wieder. Im Januar 1980, bei der Beerdigung des langjährigen Vorsitzenden Arthur Wilberg, wurde die Fahne letztmalig ausgetragen. Die Fahne verblieb im Sportheim Dützen, wo sie zwischen 1980 – 1984 bei Malerarbeiten erheblich verschmutzt wurde. Ab dann wurde sie bei Hans Barenbrock im Keller aufbewahrt, bis sie im Jahre 1992/93 zur Restauration zu einer Firma nach Bayern geschickt worden war.

Nach der Restaurierung der Fahne ist wieder der alte Leitsatz zu lesen. Die neu angefertigte Fahnenstange hat eine ungefähre Länge von drei Metern, an deren oberen Ende die Fahnenspitze zu sehen ist. Diese ist vergoldet und trägt in ihrer Mitte die vier aneinandergelehnten „F“, die in Silber herausstechen und ebenfalls von einer Eichenlaubborte umrandet werden.

An dieser Stelle möchten wir auf den Mann aufmerksam machen, der vor einigen Jahren die Restaurierung der Fahne in die Wege geleitet hatte: Unser Ehrenvorsitzender Wilhelm Eickenjäger.

Dank seines Einsatzes konnte in der Nähe von Regensburg eine Fahnenstickerei aufgetan werden, die die Fahne auf chemischem Wege von Schmutz und alten Malereien befreite und sie für die nächsten Jahrzehnte wieder einsatzbereit machen konnte. Die der FTD durch diese Restaurierung entstandenen Kosten, ein nicht unwesentlicher Betrag, wurden durch eine Spende von Wilhelm Eickenjäger wieder ausgeglichen.
Hierfür nochmals herzlichen Dank.

Während der Jahreshauptversammlung 1995 wurde die restaurierte Fahne wieder der Öffentlichkeit gezeigt und befindet sich zur Zeit zur Aufbewahrung im Besitz unseres 1. Vorsitzenden Gerd Malinowski.

Wilhelm Bierbaum – Der erste Vorsitzende

Der erste Vorsitzende, den die FT Dützen je hatte, war Wilhelm Bierbaum. Er übernahm im Gründungsjahr 1897 das Amt und führte den damaligen Männer-Turn-Verein Dützen ins nächste Jahrhundert, bis 1905 August Brinkmann den Vorsitz übernahm.
Geboren ist Wilhelm Bierbaum am 22.09.1873. Demnach war er gerade erst 24 Jahre alt, als er den Vorsitz des Männer-Turn-Vereins übernahm. Das ist wohl etwas, das heutzutage kaum noch möglich ist. Sein Todestag ist der 25.01.53. So hat er sogar, als einer der Gründungsmitglieder, das 50-jährige Bestehen der FT Dützen miterleben dürfen. Von Beruf war der „graue Turner“, wie man die älteren Mitglieder liebevoll nannte, Zigarrensortierer.

Unser Verein vor 1918

Im Jahre 1905 übernahm August Brinkmann das Amt des 1. Vorsitzenden des damaligen Männer-Turnverein Jahn Dützen. Er war Zigarrenmacher von Beruf und leitete unseren Verein bis 1910. Unter seinem Vorsitz schloss sich 1909 der Männer-Turnverein dem „Arbeiter-Turn-Bund“ an, da die damaligen Machenschaften der „Deutschen Turnerschaft“ nicht dem entsprachen, was sich die Dützer Mitglieder vorstellten.
Der Turnerwahlspruch lautete nun nicht mehr „Frisch, fromm, fröhlich, frei“, sondern „Frisch, frei, stark, treu“.
Dieser Wahlspruch wurde auch nachträglich auf die Vereinsfahne geschrieben.

August Brinkmann und auch Heinrich Thene, der 1911 den Vorsitz übernahm, hatten allerhand Schwierigkeiten mit den Dützer Behörden. So hatte sich der Dützer Wachtmann Deutrich geradezu darauf verschossen, den Dützer Turnverein zu schließen.

Wie aus Schriftwechseln hervorgeht, lastete er unserem Verein einen sozial-demokratischen Anstrich an und befürchtete Revolutionsartige Auswüchse, da bei einer Festfeier im Juli 1910 ein Plakat mit der Aufschrift „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zu lesen war.

Doch dies blieb nicht das einzige Schreiben der Behörden. Als nur wenige Tage später der Wirt Obenhaus, bei dem die Dützer regelmäßig einkehrten, die Polizeistunde überschritt, mussten die Dützer eine Strafe von 1 DM oder einer Haft von einem Tag in Kauf nehmen.

Die Umbenennung in Freie Turnerschaft Dützen

Der 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918 ließ die Vereinstätigkeit des damaligen Männer-Turn-Vereins vollständig ruhen und so kam es, daß man 1919 einen neuen Anfang machen wollte.
Am 24.08.1919 wurde das Stiftungsfest beim Gastwirt Karmeier gefeiert und unser Verein erhielt seinen neuen Namen „Freie Turnerschaft Dützen“, den er heute immer noch trägt.
Auch für diese Feier brauchte man eine Genehmigung der Stadt, um über die Sperrstunde hinaus feiern zu dürfen. Der Verein bekam diese Erlaubnis nicht, man feierte aber trotzdem bis um 24 Uhr, also eine Stunde länger als erlaubt. Und das obwohl schon um 20.30 Uhr das elektrische Licht ausgemacht worden war.
Den Vereinsvorsitz übernahm wieder Heinrich Thene, der auch vor dem 1. Weltkrieg den Vorsitz hatte. Heinrich Thene wurde am 24.05.1887 geboren und war von Beruf Zigarrenmacher. Zum 1. Vorsitzenden wurde er 1911 gewählt und behielt dieses Amt bis 1921.

Die FT Dützen – Vor 50 Jahren

In einem packendem Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga zwischen der FTD und dem FC Bad Oeynhausen II am 28.05.98 sahen gute 1.000 Zuschauer das glücklichere Ende auf Seiten der FTD.

Das war nicht immer der Fall, denn vor 50 Jahren stand die FTD ebenfalls vor dem Aufstieg in die damalige Bezirksklasse und scheiterte an SV Porta Neesen.
Dieses Spiel fand am Donnerstag, den 13. Mai 1948, auf dem Hindenburgsportplatz statt. Anstoß war damals 18.30 Uhr. In diesem sehr fair und sportlich ausgetragenem Spiel (es gab keine Verwarnungen, Herausstellungen oder verbale Attacken) hatten beide Mannschaften gute Einschussmöglichkeiten, die aber durch gute Reflexe der beiden Torhüter zunichte gemacht wurden.
Vor 5.000 Zuschauern (!) konnte Neesen in der ersten Halbzeit durch ihren Linksaußen Hans Nolte die 1:0 Führung erzielen, nach dem Wechsel glich Dützens Mittelstürmer Rudolf Kuntschik zum 1:1 aus. Erwähnenswert ist hier, dass Rudi Kuntschik zum damaligen Zeitpunkt noch Jugendspieler war und nur für dieses Spiel zum Senior erklärt worden ist. Es war auch das einzige Seniorenspiel für die FTD, bevor er drei Jahre beim Ortsnachbar SVBH spielte und danach zur FTD zurückkam.

Nach Beendigung der regulären Spielzeit war noch kein Sieger gefunden und so mußten die Mannschaften in die Verlängerung. In der letzten Minute fiel für den SV Porta Neesen der glückliche Siegestreffer durch Egon Switalla und die FTD war geschlagen.

Der Bau unseres neuen Vereinshauses

Es war einmal…
so könnte der Bericht über das neue Vereinshaus beginnen, denn für den Verein ist ein kleines Märchen wahr geworden, als man im Jahr 1998 mit den Bauarbeiten auf dem Dützer Sportplatz begonnen hatte. Nach jahrelangen Diskussionen über eine Renovierung des alten Vereinshauses machte der Verein nun Nägel mit Köpfen. Aufgrund von zahlreichen Spenden, sei es Geld oder Material, ist es dem Verein möglich gewesen, direkt neben dem Altbau ein komplett neues Gebäude zu errichten.

Die offizielle Einweihung des neuen Vereinsheims fand dann am 01.08.1999 statt.

Die Helfer

Samstag Morgen, 8.00 Uhr. Es ist kalt und schlechtes Wetter. Trotzdem ist auf dem Dützer Sportplatz einiges los! Denn auf
Dirk Borcherding, Karsten Brink, Holger und Horst Kruse sowie Werner Kruse,
Gerd Malinowski, Gerd Peper und Volker Seifert
warteten anstrengende Stunden. Sie alleine haben seit dem 02. August ´97 schon über 1000(!) Arbeitstunden für die Sanierung des Altbaues und der Fertigstellung des Neubaues investiert.
Aber natürlich wollen wir auch die anderen Helfer nicht vergessen. Insgesamt haben sich fast 50 Mitglieder in ihrer Freizeit für die „Dützer Großbaustelle“ und damit für den Verein geopfert.
Vielen, vielen Dank den Helfern.

Die Vorsitzenden der FT Dützen

Nachdem wir an anderer Stelle bereits den ersten 1. Vorsitzenden der FTD Wilhelm Bierbaum vorgestellt haben, möchte wir Ihnen nun alle Vorsitzende in unserer über 100-jährigen Vereinsgeschichte präsentieren:

  • 1897 – 1904 Wilhelm Bierbaum
  • 1905 – 1910 August Brinkmann
  • 1911 – 1921 Heinrich Thene
  • 1922 – 1929 Heinrich Marks
  • 1930 – 1932 Gottlieb Pals
  • 1933 – 1939 August Lück, Heinrich Sachse, Bernhard Schulze
  • 1939 – 1945 während des Krieges wurden die Tätigkeiten des Vereines eingestellt
  • 1946 – 1947 Heinrich Sachse
  • 1948 – 1949 Willi Lübking
  • 1950 – 1951 Bernhard Schulze
  • 1951 – 1961 Arthur Willberg
  • 1962 – 1966 Heinz Bohnenkamp
  • 1967 – 1972 Willi Eickenjäger
  • 1972 – 1974 Wilfried Stickdorn
  • 1974 – 1978 Willi Eickenjäger
  • 1978 – 1986 Wilfried Kampa
  • 1987 – 1997 Klaus-Dieter Krug
  • 1997 – 2016 Gerd Malinowski
  • seit 08.04.2016 Erhard Weidner

Die Ehrenvorsitzenden der FT Dützen

  • Wilhelm Eickenjäger
  • Wilfried Kampa
  • Klaus Wittekind

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